Mittwoch, 25. März 2009

Neurosis

the eye of every storm

Wenn ich das Badezimmer putze höre ich Neurosis. Fast immer. Dann kann ich bei dieser schwermütigen Arbeit meinen morbiden Gedanken nachhängen und hab dabei den Geruch von Frühling in der Nase. Blumenwiese mit dummen Insekten und Vogellärm. Und die eingerissene Haut am Fingernagel brennt mit jeder Putzlappenbewegung.
Heute sitze ich hier oben. Es ist saukalt, weil das Fenster den ganzen Tag offen war und der so genannte Frühling uns mit freundlich tanzenden Schneeflocken begrüßt. Nichts brennt, ist aber auch nichts eingerissen. Morbid bleibt es trotzdem. Auch wenn das helle Holz hier oben nicht die richtige Stimmung aufkommen lässt. Ich kann mir ja vorstellen, ich höre Neurosis und gehe durch dieses nasskalte Wetter und habe nur ein Leibchen an. Ab und an leuchtet ein Auto meinen Weg. Danach ist es wieder still und dunkel. Der Regen läuft mir über das Gesicht und ich habe kein Gefühl mehr in Händen und Füßen.
Ich mache mir jetzt einen heißen Tee.

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